Die Genauigkeit des Biegewinkels an einer Abkantpresse wird durch mehrere miteinander verknüpfte Faktoren bestimmt; das grundlegende Prinzip besagt, dass die Stößeltiefe beim Luftbiegen – der dominierenden Biegemethode in der Präzisionsfertigung – den Biegewinkel bestimmt. Wenn eine Abkantpresse Kraft ausübt, drückt der Stempel das Blech in die V-förmige Matrizenöffnung, wobei der erreichte Winkel hauptsächlich davon abhängt, wie weit der Stempel eindringt. Materialdicke, Streckgrenze, Faserrichtung und Elastizitätsrückstellung (Springback) variieren jedoch zwischen verschiedenen Chargen und sogar innerhalb ein und desselben Blechs, sodass dieselbe programmierte Eindringtiefe unterschiedliche Winkel ergeben kann. Die Elastizitätsrückstellung tritt auf, weil Metall sowohl elastische als auch plastische Eigenschaften besitzt. Bei Anlegen der Biegekraft verformt sich das Material plastisch und behält dauerhaft seine neue Form bei. Sobald die Kraft jedoch wieder entfernt wird, erfolgt eine elastische Rückstellung des Materials, wodurch sich der Biegewinkel um 1 bis 3 Grad bei Stahl bzw. um 3 bis 5 Grad bei Aluminium leicht öffnet. Die Höhe der Elastizitätsrückstellung hängt von der Werkstoffart ab: Hochfeste Stähle und Edelstähle zeigen mehr Elastizitätsrückstellung als unlegierter Stahl; von der Materialdicke, wobei dickere Materialien im Allgemeinen stärkere Elastizitätsrückstellungen aufweisen; vom Biegeradius, wobei größere Radien zu einer stärkeren Elastizitätsrückstellung führen; sowie von der Faserrichtung, da das Biegen quer zur Faser andere Elastizitätsrückstellungsmerkmale aufweist als das Biegen entlang der Faser. Moderne Abkantpressen kompensieren die Elastizitätsrückstellung mittels verschiedener Strategien, darunter das Überbiegen, bei dem die Steuerung die zusätzliche Eindringtiefe berechnet, die erforderlich ist, um nach der Elastizitätsrückstellung den gewünschten Zielwinkel zu erreichen, sowie Echtzeit-Winkelmesssysteme, die Laser-Sensoren oder Kameras nutzen, um den tatsächlichen Biegewinkel während oder unmittelbar nach dem Biegehubbeweg zu messen. Fortschrittliche Systeme erreichen selbst bei variablen Materialeigenschaften eine Genauigkeit von ±0,5 Grad. Adaptive Biesysteme verwenden zusätzlich zur Positionsregelung eine Kraft-Rückkopplung, indem sie das Verhältnis zwischen aufgebrachter Kraft und Stößelposition überwachen, um Schwankungen in der Materialfestigkeit zu erkennen und die Bietiefe in Echtzeit anzupassen. Unsere Abkantpressen erreichen eine Biegewinkelgenauigkeit von bis zu ±0,1 Grad und eine Wiederholgenauigkeit der Positionierung von bis zu ±0,01 mm – deutlich genauer als herkömmliche manuelle Abkantpressen, deren Genauigkeit allein von der Erfahrung und Geschicklichkeit des Bedieners abhängt. Kontaktieren Sie unser Anwendungsteam, um Ansätze zur Kompensation der Elastizitätsrückstellung zu besprechen, die speziell auf Ihre jeweiligen Werkstoffarten und Produktionsanforderungen zugeschnitten sind.